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Elektroautos im Individual- und Pendlerverkehr

In Deutschland sind über 45 Millionen Pkw zugelassen - ein Zeichen für den hohen Stellenwert individueller Mobilität. Aber die Nutzung des Pkw ändert sich: Die Bedeutung des Autobesitzes sinkt, der Sharing-Gedanke gewinnt, innerstädtische Zufahrten werden durch Umweltzonen eingeschränkt.

Kommunen haben die Chance, diese Trends aufzugreifen und durch die Förderung von Elektromobilität die städtische Raumnutzung neu zu denken und zu einem sauberen und leisen Verkehr beizutragen. Ob lokale Ladeinfrastruktur, gesonderte Parkplätze für E-Mobile oder der Einsatz von Elektrofahrzeugen in der eigenen Flotte. Viele Voraussetzungen für eine bessere Elektromobilität können in den Gemeinden geschaffen werden.

Sauberer und erschwinglich Auto fahren

Kommunen als Treiber

Carsharing reloaded

In die Zukunft investieren

Im Mai 2016 hat die Bundesregierung ein weiteres umfangreiches Maßnahmenpaket zur Förderung der Elektromobilität verabschiedet. Dazu gehört auch der sogenannte Umweltbonus, der den Kauf von Elektrofahrzeugen bezuschusst.

  • Für rein elektrische Fahrzeuge beträgt der Umweltbonus 4.000 €,
  • für Plug-In Hybride (PHEV) 3.000 €.
  • Der Netto-Listenpreis des Basismodells darf 60.000 € nicht überschreiten.
  • Insgesamt sind 600 Mio. € für den Umwelbonus zur Verfügung gestellt.
  • Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine.

Anträge auf Förderung werden an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gerichtet. Wer sein Fahrzeuge auf der Arbeit lädt, profitiert zudem von einer Versteuerung als nicht geldwerten Vorteil.

Einen Beitrag zum Klimaschutz leisten

Da Elektrofahrzeuge zumindest lokal kein CO2 sowie keine Schadstoffe emittieren, ist deren Ökobilanz stark von der Herstellung des Stroms abhängig. Idealerweise wird daher Wasserstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge ebenso wie Strom für batterieelektrische Fahrzeuge aus regenerativen Quellen hergestellt. Bei reinen batterieelektrischen sowie Plug-In-Hybridfahrzeugen kann bei Verwendung von Ökostrom die ökologische Rentabilitätsschwelle bereits ab Laufleistungen unter 40.000 km erreicht werden.

Die verursachten Umweltwirkungen während der Herstellungsphase von batterieelektrischen Fahrzeugen fallen im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor deutlich höher aus. Das Batteriesystem stellt hierbei die Schlüsselkomponente dar, da hier verstärkt High-Tech-Werkstoffe eingesetzt werden, welche mit vergleichsweise hohen Umweltwirkungen im Rohstoffabbau und in der Herstellung verbunden sind.

Einfluss der Fahrleistung auf das Treibhauspotenzial - Referenzfahrzeuge Kompaktsegment

Die hohen Beiträge der Herstellungsphase lassen sich über den Lebenszyklus durch geringere Umweltwirkungen in der Nutzungsphase kompensieren. Für BEV-Kompaktwagenfahrzeuge ergeben sich beispielsweise unter Annahme des aktuellen deutschen Strommix bereits nach einer Gesamtfahrleistung von etwa 60.000 km geringere Treibhauspotenziale gegenüber Benzinfahrzeugen und ab etwa 125.000 km gegenüber Dieselfahrzeugen. Bei PHEV liegen diese Break-Even-Punkte bei etwa 25.000 km und 60.000 km und werden somit deutlich früher erreicht. Durch Forschung und Entwicklung in der rasant wachsenden Batterieindustrie, kann neben der Reichweitenerhöhung auch mit der weiteren Reduzierung von Schadstoff- und Abgasemissionen gerechnet werden.

Die Broschüre Bewertung der Praxistauglichkeit und Umweltwirkungen von Elektrofahrzeugen gibt einen Überblick über die Praxistauglichkeit, das Leistungsprofil und Umweltwirkungen von E-PKW.

Konkrete Privilegien schaffen

Das im September 2014 verabschiedete E-Mobilitätsgesetz (EmoG) gibt Kommunen die Möglichkeit, die Elektromobilität so zu fördern, wie es vor Ort am meisten Sinn macht. Etwa aus Gründen der Luftreinhaltung. Gleichzeitig schafft es die Grundlage dafür. Im Wesentlichen werden folgende Inhalte geregelt:

  • Definition der zu privilegierenden E-Fahrzeuge
  • Kennzeichnung über das Nummernschild
  • Park - und Halteregelungen, bspw. für kostenfreies Parken in Innenstädten, Anwohnerparken und exklusive Stellplätze mit Ladeinfrastruktur
  • Möglichkeit der Freigabe von Sonder-/ Busspuren
  • Ausnahmen von Zufahrtbeschränkungen oder Durchfahrtverboten
  • Ermächtigung der Länder zur Ermäßigungen und Befreiungen von Parkgebühren durch Länderregelungen

Auch im Bereich Wohnbau fördern verschiedene Maßnahmen die Einführung und Nutzung von Elektromobilität. So können bereits in Bebauungsplänen Infrastrukturmaßnahmen wie Ladepunkte und Abstellmöglichkeiten für Elektrofahrzeuge integriert und so langfristig die Attraktivität gesteigert werden. Mit der Bereitstellung von Ladeinfrastruktur und/oder eCarSharing-Fahrzeugen, können die Stellplatzanforderungen (Stellplatzschlüssel) für Wohnungsunternehmen reduziert werden. Dies ist nicht nur im Neubau von Geschosswohnungen denkbar, sondern auch im Bestandsumbau.

Bei sinkender Bedeutung des Privatbesitzes eines Autos können Kommunen mit eCarSharing zusätzlich punkten und entlasten gleichzeitig die angespannte Lage innerstädtische Räume.

Interesse wecken, Vorbehalte abbauen

Abgesehen der durch das EmoG eingeräumten Bevorrechtigungsmöglichkeiten bilden Maßnahmen zur Stärkung der Akzeptanz der Elektromobilität in der Bevölkerung eine wichtige Säule. Dies kann beispielsweise über Nutzerinformationen in Broschüren oder Online-Apps über bspw. Standorte, Kosten und Ladedauer oder ähnliches realisiert werden. Hilfreich ist es zudem bei der Planung potentielle sowie bereits aktive Nutzer zu berücksichtigen.

Ergänzt man diese Maßnahmen mit entsprechenden Nutzerinformationen in Broschüren oder Online-Apps über beispielsweise Standorte, Kosten und Ladedauer wird Vertrauen, Akzeptanz und ein Gefühl der Sicherheit für potentielle und bereuts aktive Nutzer geschaffen.

Der Maßnahmenkatalog bietet eine Vielzahl von Ideen zur Bürgerbeteiligung oder zum Thema Wohnungsbau und E-Mobilität.

Niederschwellige (Test-)Angebote wie bspw. Probefahrten im Rahmen von Informationsveranstaltungen oder Aktionswochen in der Stadt, ermöglichen einen ersten Kontakt zur E-Mobilität. Die Roadshow Elektromobilität des BMVI leistet hierzu zusätzlich einen Beitrag.

Insbesondere in den Großstädten liegt CarSharing im Trend, denn immer mehr Menschen verzichten auf das eigene Auto und setzen auf einen Mobilitätsmix aus ÖPNV und CarSharing. Zum 01.01.2018 waren in Deutschland 2.110.000 Fahrberechtigt im CarSharing unterwegs, Tendenz steigend.

Auf der BMVI-Fachkonferenz "Elektromobilität vor Ort" wurden Praxiserfahrungen aus Bremen und Sachsen vorgestellt.

Carsharing mit e-carflex in Düsseldorf

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Die Vorteile sind offensichtlich, vor allem im städtischen Raum: Eine Zunahme der CarSharing-Anbieter bedeutet, weniger private Autos, was sich positiv auf die Umwelt auswirkt und zudem freie Flächen schafft. Bei gleicher Fahrleistung hat CarSharing einen sieben bis neunmal geringeren Flächenbedarf als der motorisierte Individualverkehr. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen in CarSharing-Flotten verstärkt die positiven Effekte zusätzlich: Dank eCarSharing gibt es weniger Abgase, Feinstaub und Lärm.

Durch eCarSharing können sich Nutzer mit der neuen Technologie vertraut machen und gleichzeitig wird so die Elektromobilität gefördert. Interessant für das eCarSharing ist dabei vor allem das stationsgebundene CarSharing. An den Stationen kann die nötige Infrastruktur mit Ladesäulen leicht eingerichtet und die Autos während der Standzeiten geladen werden. Anbieter von ungebundenem CarSharing haben inzwischen allerdings auch erfolgreich die ersten E-Autos in ihre Flotten übernommen.

Die beiden häufig vorgebrachten Argumente gegen Elektrofahrzeuge – geringe Reichweite und hohe Anschaffungskosten – spielen beim eCarSharing eine untergeordnete Rolle. Denn ein höherer Nutzungsgrad amortisiert den Anschaffungspreis, da die Verbrauchskosten geringer sind als bei Verbrennungsmotoren. Zudem gibt es beim CarSharing ein anderes Nutzerverhalten, d. h. die zurückgelegten Strecken sind in der Regel kürzer und die Reichweiten somit ausreichend.

Mit einem Wirtschaftlichkeitsrechner für eCarSharing kann der Ertrag im Verhältnis zum Aufwand gemessen werden.

Die Broschüre „Elektromobilität im CarSharing“ benennt Chancen und Risiken für Kommunen und zeigt, wie der Betrieb wirtschaftlich laufen kann. In der Broschüre werden unter anderem über 40 eCarSharing-Anbieter porträtiert.

Die besten Voraussetzungen für den ökonomischen Betrieb eines eCarSharing-Fuhrparks bieten Städte mit gut ausgebautem Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV). Hier ist die Zahl der Autobesitzer geringer und die Nachfrage nach CarSharing als Ergänzung zum ÖPNV höher als in Gegenden mit schwach entwickeltem ÖPNV. Das Praxisbeispiel E-Wald beweist dennoch, dass eine erfolgreiche Umsetzung von eCarSharing auch in ländlichen Regionen möglich ist.

E-Carsharing unterstützen

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Über verschiedene Einzelmaßnahmen kann die Einführung von eCarSharing in Kommunen gefördert werden.

  • Bei Ausschreibungen und städtebaulichen Wettbewerben die Förderung von eCarSharing in den Anforderungskatalog integrieren
  • Stellplätzen nur für eCarSharing-Fahrzeuge an strategisch wichtigen Orten schaffen und diese damit leicht zugänglich und attraktiv machen
  • Öffentliche Parkflächen kostenlos zur Verfügung stellen
  • eCarSharing-Angebote an Bahnhöfe und andere ÖPNV-Knotenpunkte anbinden, um die Kombination aus CarSharing und ÖPNV zu erleichtern

Um die Bemühungen der Kommunen zu unterstützen und nachhaltige Mobilität weiter zu fördern, hat die Bundesregierung Ende 2016 ein CarSharing-Gesetz verabschiedet. Das Gesetz definiert nicht nur CarSharing-Fahrzeuge, sondern bietet Straßenverkehrsbehörden die Möglichkeit, diesen Fahrzeugen Privilegien beim Parken, wie reservierte Parkplätze und die Befreiung von Parkgebühren, zu gewähren.

Schafft sich die Kommune E-Fahrzeuge an, können die Fahrzeuge über CarSharing-Systeme nach der Dienstzeit für private Nutzer freigegeben werden. So läuft es auch in Düsseldorf im Praxisbeispiel "E-Carflex".