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Kommunale Flotte

Städte und Gemeinden haben die große Chance mit Ihrem eigenen Fuhrpark, Elektromobilität in der Kommune gezielt und beispielhaft voranzutreiben. Auch wenn Kommunen grundsätzlich haushaltsrechtlich an das Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit gebunden sind, haben sie gleichzeitig die Möglichkeit, als Auftraggeberin Art und Bedarf der zu beschaffenden Gütern zu bestimmen. Sie können festlegen, welche Umweltstandards ihr Fuhrpark zu erfüllen hat, und so die Beschaffung von E-Fahrzeugen fördern und eine Vorbildfunktion einnehmen.

Beweggründe

Beratungs- Angebote

Einsatz- möglichkeiten

Beschaffungs-prozess

Wirtschaftlich das Klima schützen

Elektromobilität kann einen Beitrag zur Reduktion von CO2-, lokalen Schadstoff- sowie Lärmemissionen leisten. Daraus leitet sich ein grünes, nachhaltiges Image für entsprechende Kommunen ab und steigert somit ihre Attraktivität als Wohnort und Wirtschaftsstandort.

Ungeachtet der genannten Potentiale sind Anschaffungs- und Betriebskosten maßgebliche Faktoren die Kommunen beim Einstieg in die Elektromobilität abwägen. Klimafreundlich heißt allerdings nicht unwirtschaftlich! Bereits ab einer Jahresfahrleistung von 14.500 km sind die Jahresgesamtkosten eines Elektrominis geringer als die eines konventionellen benzinbetriebenen Kleinwagens. Mittlerweile liegen die Kosten pro gefahrenen Kilometer beim Elektrogolf sogar unter denen eines Verbrenners.

Faktoren für einen wirtschaftlichen Einsatz von Elektrofahrzeugen sind somit:
• Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen
• hohe Laufleistungen
• vorwiegender Einsatz im Stadtverkehr/für Kurzstrecken

Bei zunehmendem Anteil erneuerbarer Energie im Stromnetz verbessert sich die Klimabilanz der Elektrofahrzeuge noch weiter. Es gilt also den Fuhrpark gründlich zu analysieren und effizient zu steuern.

Beratungsangebote zur Planung

Das Angebot an Beratung für den Kauf und Betrieb von Elektrofahrzeugen wächst. Eine fundierte Beratung setzt bei der Analyse des bestehenden Fuhrparks an und analysiert Einzelfahrten über einen längeren Zeitraum bspw. auf Grundlage von Fahrtenbüchern. Anhand derartiger Betrachtungen lässt sich ableiten welche Verbrenner durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden können und entsprechende Einsatzszenarien können ausgearbeitet werden. Solche Szenarien berücksichtigen nicht nur Fahrstrecken und Einsatzzwecke, sondern auch die für das (Nach-) Laden erforderlichen Standzeiten.

Eine umfassende Beratung liefert Vergleichsrechnungen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Elektrofahrzeuge unter Einbeziehung von Kauf/Leasing, Betrieb, Wartung und sonstiger Nebenkosten wie beispielsweise Steuer und Versicherungen (TCO-Betrachtung, TCO = Total Cost of Ownership).

Der Kostenrechner für Elektrofahrzeuge bietet umfangreiche Vergleichsrechnungen zu konventionellen Verbrennern und Elektrofahrzeugen. Die Erhebungen ermöglichen Auskunft zu Gesamtkosten (TCO - Total Cost of Ownership), Projektionen ebendieser für kommende Jahre unter Berücksichtigung von Haltedauer und jährlicher Fahrleistung sowie Berechnungen zu Treibhausgasemissionen.
Das Beispiel der Stadt Aachen zeigt wie ein E-Flottenaufbau auf einer strukturierten Bedarfsanalyse gelingen kann.

Effizientes Fuhrparkmanagement

Um das Potenzial der vergleichsweise niedrigen Betriebs- und Wartungskosten von Elektrofahrzeugen voll ausschöpfen und damit die höheren Anschaffungs- bzw. Leasingraten kompensieren zu können, gilt es das Fuhrparkmanagement und die Fahrzeugdisposition gut zu steuern.

Das Fraunhofer IAO bietet gemeinsam mit der Universität Stuttgart und der Firma Langmatz seit Anfang 2011 unter der Überschrift „elektromobilisiert.de“ einen Service für Firmen und Kommunen an, der die Integration von Elektrofahrzeugen in bestehende Fuhrparks vorbereitet.

Dieser Service ist in fünf Stufen unterteilt:

  • Analyse des Fuhrparks,
  • Elektromobilisierungs-Szenarien für den Fuhrpark,
  • Testphase mit Elektro-Fahrzeugen,
  • und Schulung der Mitarbeiter und Beschaffungsmanagement.

Resultierend aus dem Knowhow verschiedener Forschungs- und Entwicklungprojekte (eMoVe, eMOMA) hat EcoLibro ein Programm namens FLEETRIS zur umfassenden Fuhrparkanalyse entwickelt, welches zur Ableitung von Empfehlungen zur Elektrifizierung genutzt werden kann.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für E-Mobile

Für Kurzstreckeneinsätze, Liefer- und Verteilerverkehre, Kontrollgänge oder ähnliche Aufgaben sind Pedelecs oder Elektro-Pkw besonders geeignet.

Elektrische Nutzfahrzeuge für die Landschaftspflege oder die Stadtreinigung bis hin zu Hybrid-Abfallsammlern tragen erheblich zur Lärmreduzierung und Schadstoffreduktion bei. Gerade die geringe Geräuschentwicklung ermöglicht auch einen Einsatz in den Abend- oder Nachtstunden, ohne Beeinträchtigung von Bürgerinnen und Bürgern.

Erhebliche Emissions- und Lärmminderungen bieten Elektrofahrzeuge auch im Öffentlichen Personennahverkehr, wobei die Palette der Fahrzeuge vom Verleihpedelec für die Anschlussmobilität über das elektrische Sammeltaxi bis zum Gelenkzug reicht.

Hybrid-Abfallsammler in Krefeld

Umweltziele verankern

Für viele Anwendungsfelder im kommunalen Einsatz sind Elektrofahrzeuge hervorragend geeignet. Gerade bei Kurzstreckenfahrten, bei denen häufig Verbrennungsmotoren nicht einmal auf ihre Betriebstemperaturen kommen und daher überproportional viele Schadstoffe ausstoßen, zahlt sich die Umweltfreundlichkeit von Elektrofahrzeugen besonders aus.

Kriterien wie reduzierte Schadstoffemissionen und erhebliche Lärmverminderung fließen jedoch noch zu selten in die Bewertung bei der Neu- oder Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen ein. Eine stärkere Verzahnung von kommunalen Klimaschutzkonzepten mit der Fuhrparkbewertung würde bereits heute in vielen Fällen die Tür für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in kommunalen Flotten öffnen.

Beim Einsatz als Poolfahrzeuge müssen bestehende Dispositionssysteme erweitert werden, um das Laden der Fahrzeuge berücksichtigen zu können. Um die Standzeiten zu minimieren bietet es sich an, zusätzlich zur voraussichtlichen Einsatzdauer auch die geplante Fahrstrecke vor Fahrtantritt zu erfassen, um den Ladestand der Batterie und damit die vor dem nächsten Einsatz erforderliche Ladedauer abschätzen zu können.

Beschaffungsprozess

Der Beschaffungsprozess für den Fuhrpark unterscheidet sich somit deutlich von der Beschaffung konventioneller Fahrzeuge.

Quelle: Handlungsleitfaden Elektromobilität in Flotten

Der Handlungsleitfaden Elektromobilität in Flotten stellt den Prozess detailliert dar und zeigt kommunale Praxisbeispiele.

In Hamburg wurde beispielsweise eine sogenannte Beweislastumkehr über entsprechende Leitlinien im städtischen Beschaffungsprozess verankert. Die vorrangige Beschaffung umweltfreundlicher Pkw legt unter anderem fest, dass wenn die tägliche Fahrstrecke in der Regel unter 80 km beträgt, die Fahrt an Orten beendet wird, an denen eine Lademöglichkeit besteht oder diese hergestellt werden kann und ein Elektrofahrzeug mit der erforderlichen Größe oder Ausstattung verfügbar ist, ein E-Pkw zu beschaffen ist. Im Gegensatz dazu muss die Beschaffung von Fahrzeugen mit konventionellem Verbrennungsmotor gerechtfertigt werden.