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Kommunale Mobilität neu denken

Mobilität ist ein zentraler Bestandteil unseres Lebens und unseres Wohlstands. Gleichzeitig steigt das Bewusstsein für nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität. Stadtstrukturen und Verkehrswege spiegeln diese gewachsenen Anforderungen nicht immer wieder. Die Integration von Elektromobilität bietet die Chance, Verkehrsräume und -wege neu zu denken und einen Beitrag zu einem vernetzten, emissionsärmeren Verkehr mit weniger Lärmbelastung zu leisten.

Gute Gründe

Kommunale
Aufgabe

Ziele umsetzen

Massnahmen-
katalog

Klima und Gesundheit schützenKlima und Gesundheit schützen anzeigen

Der Verkehr in Deutschland gehört zu den Hauptverursachern von klimaschädlichen CO2-Emissionen. Grund ist die überwiegende Nutzung von fossilen Brennstoffen für die Fahrzeugantriebe. Die stärkere Elektrifizierung des Verkehrs kann deshalb einen großen Beitrag leisten, um das Ziel der Bundesregierung einer Emissionsreduktion von mindestens 40 Prozent bis 2020 und 80 bis 95 Prozent bis 2050 gegenüber 1990 zu erreichen. So dürfen seit 2015 Pkw EU-weit nur 130 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, ab 2021 sind nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer zulässig.

Insbesondere Dieselfahrzeuge erschweren zudem in vielen Städten und Gemeinden die Einhaltung der seit 2010 geltenden Jahresgrenzwerte von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter.

Elektrisch angetriebene Fahrzeuge mit Strom aus erneuerbaren Energien sind eine intelligente Alternative. Eine Million von ihnen sollen bis 2020 auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Deutschland soll sich als Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität etablieren. Die deutsche Automobilindustrie leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Auch für viele klein- und mittelständische Zulieferer und Systemanbieter im ganzen Bundesgebiet bietet die Technologie neue Marktchancen. Auch in Ihrer Region.

Ihr Fahrplan Elektromobilität

Welche Motivation auch immer Ihre Kommune beim Thema Elektromobilität umtreibt – die NOx-Belastungen, Anforderungen von Bürgerinnen und Bürgern oder das Klimaschutzkonzept – werden Sie sich darüber klar und formulieren Sie diese Leitlinien und die damit verbundenen Ziele konkret und leiten sie passende Maßnahmen ab.

Mögliche Zielstellungen / Leitlinien

  • Integration von E-Mobilität zur Beschränkung von Schadstoff- und Lärmemissionen
  • Klimaschutzziele (oder –konzept)
  • Steigerung von Lebens- und Umweltqualität
  • Erhaltung eines Luftkurortes
  • Lenkung von Pendlerströmen
  • Versorgung einer kommunalen E-Fahrzeugflotte mit Direktstrom aus lokalen Wind- und Solarenergiesystemen

Als Kommune haben Sie eine Vielzahl von Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten, um diese Ziele durch Verankerung in kommunalen Plänen und Konzepten zu erreichen. Gemeinsam mit Mitstreitern gilt es den Prozess vom Start in das Thema bis zu einem schlüssigen Konzept, in dem verschiedene Verkehrskomponenten ineinander greifen, voranzutreiben und entsprechend anzupassen.

Das Starterset Elektromobilität unterstützt Sie dabei mit Hinweisen zur Prozessgestaltung in der Kommune, dem Maßnahmenkatalog und konkreten Checklisten für einzelne Themenkomplexe wie ÖPNV, Gewerbeverkehr und Ladeinfrastruktur.

Kommunen als Treiber der Elektromobilität

Kommunen kommt eine zentrale Bedeutung bei der Einführung von Elektromobilität zu. Sie selbst können Nutzer und Betreiber und im ÖPNV, oder mit ihren eigenen Flotten, Vorbild für Unternehmen wie auch Bürgerinnen und Bürger sein. Nutzen Sie als Genehmigungsbehörde Ihre Gestaltungsspielräume für klimafreundliche Verkehrs- und Stadtkonzepte.

Die Broschüre „Elektromobilität in der kommunalen Umsetzung“ informiert ausführlich über Ansatzpunkte in kommunalen Strukturen.

Quelle: Elektromobilität in der kommunalen Umsetzung

Koordinations- und Kommunikationsprozesse (Governance)Koordinations- und Kommunikationsprozesse (Governance) anzeigen

Im Zuge des weiteren Markthochlaufs der Elektromobilität werden sich die Anforderungen an Kommunen ändern: Neue Strategien und neues Verwaltungshandeln werden erforderlich, um möglichst hohes Potential aus dem Ausbau der Elektromobilität für Kommunen ziehen zu können.

Um Elektromobilitätsstrategien in der Umsetzung zu verankern und zu verstetigen, sind entsprechende Strukturen der Kooperations- und Koordinationsprozesse innerhalb einer Kommune aber auch im Austausch mit anderen Kommunen oder weiteren Akteuren zu etablieren. Derartige Wandlungsprozesse stellen Kommunen insbesondere im Kontext der Elektromobilität vor herausfordernde Aufgaben.

Aufgrund der Charakteristik der Elektromobilität als Querschnittsthema, müssen Koordinationsstrukturen innerhalb der Kommune auf verschiedenen Ebenen entstehen. Fachämter wie z. B. Tiefbauamt, Denkmalschutzbehörde, Straßenverkehrsbehörde sollten miteinander ins Gespräch gebracht werden, damit das Thema umfassend und auf mehrere Schultern verteilt bearbeitet werden kann.

Verwaltungsarbeit wird zunehmend als eine Steuerungsaufgabe verstanden, die explizit die Einbindung von privatwirtschaftlichem oder auch bürgerschaftlichem Engagement als Ressource der Kommune mitdenkt. Verwaltung wird in diesem Sinne als Dialogpartner von öffentlichen und privaten Akteuren verstanden.

Die Broschüre „Koordinations- und Kommunikationsprozesse zur kommunalen Umsetzung der Elektromobilität“ (PDF-Datei) verschafft Kommunen einen breiten Überblick über mögliche Kooperations- und Koordinationsformate zur Umsetzung des Elektrifizierungsprozesses auf verschiedenen Ebenen. Expertenbewertungen und Praxisbeispiele dienen der Erläuterung.

3 Ebenen der Koordination

Koordinationsstrukturen im kommunalen Kontext können in drei Ebenen der kommunalen Kooperations- und Kommunikationsprozesse unterschieden werden (siehe Abbildung):

  • Ebene 1: Auf der intrakommunalen Ebene werden Koordinations- und Kommunikationsstrukturen innerhalb der kommunalen Verwaltung sowie mit kommunalen Unternehmen (z.B. Stadtwerken) betrachtet. Im Fokus steht dabei das Prozess- und Verwaltungsmanagement sowie die institutionelle Verortung der Elektromobilität.
  • Ebene 2: Die zweite Ebene richtet den Blick auf die Kooperation und Kommunikation mit privaten und gewerblichen Akteuren in der Kommune, wie Bürgern, Vereinen und lokalen Unternehmen bei der Umsetzung von Strategien im Themenbereich der Elektromobilität.
  • Ebene 3: Auf der dritten Ebene werden interkommunale Kooperationen und die Netzwerkbildung mit Nachbarkommunen, Landkreisen etc. betrachtet.

Ebene1: Intrakommunale Zusammenarbeit

Bei der intrakommunalen Zusammenarbeit kommt es darauf an, alle Beteiligten Personen bzw. Organisationseinheiten miteinander ins Gespräch zu bringen. Hilfreich ist hierfür die Einrichtung einer zentralen Koordinationsstelle, so dass es eine zentrale Ansprechpartnerin gibt. Dazu kann idealerweise eine dezidierte Stabstelle eingerichtet werden. Sofern es eine dezernatsübergreifende Arbeitsgruppe gibt, sollte zumindest ein strategischer Koordinator benannt werden.

Auf der Ebene der interkommunalen Zusammenarbeit stehen geeignete verwaltungsinterne Rahmensetzungen im Fokus, die eine zielführende Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität im Verwaltungsmanagement der Kommunen möglich machen.
Zu den Maßnahmen gehören unter anderem:

  • die Steuerung über Gremien in kommunalen Unternehmen
  • die Zuordnung von Zuständigkeiten für Themen der Elektromobilität (z.B. Stabsstellen, Ämter oder Lenkungskreise)
  • die Einbettung ausgewählter Themen der Elektromobilität in die Organisationsstruktur (z.B. Richtlinien, wie die der Fuhrparkordnung der Kommune)

Schauen Sie sich dazu unser Praxisbeispiel „Landeshauptstadt Stuttgart: Lenkungskreis zum Aktionsplan „Nachhaltig mobil in Stuttgart““ an.

Ebene 2: Zusammenarbeit mit privaten Akteuren

In der Zusammenarbeit mit privaten Akteuren übernehmen Kommunen die Rolle als Anreger, Unterstützer und Vernetzer. Sie schaffen die Grundlage für den dialogischen Austausch öffentlicher und privater Akteure.

Für die Gestaltung der Zusammenarbeit mit privaten und gewerblichen Akteuren bieten sich verschiedene Formate an. Dazu gehören z. B. die Gestaltung und das Management von Netzwerken von Kommunen mit der Industrie und sowie die Zusammenarbeit in Förderprojekten.

Eine weitere Form der Zusammenarbeit ist die Beratung von Unternehmen durch die Kommune hinsichtlich des betrieblichen Mobilitätsmanagement. Wird dieses erfolgreich umgesetzt, wirkt sich das gleichzeitig positiv auf die Erreichung der kommunalen (Mobilitäts-)Ziele aus.

Nicht zuletzt können auch Formate wie „Aktionstage für nachhaltige Mobilität“ dabei helfen, die Aktivierung der Bürger*innen und die Akzeptanz von Elektromobilität zu erhöhen.

Schauen Sie sich dazu unser Praxisbeispiel „Ludwigsburg: Innovationsnetzwerk“ an.

Ebene 3: Interkommunale Zusammenarbeit

Die Gestaltung der interkommunalen Zusammenarbeit bietet sich vor allem für kleinere Kommunen an und solche, die sich im ländlichen Raum befinden. Insbesondere in informellen Netzwerken (z.B. Runder Tisch) können sich Kommunen über praktische Erfahrungswerte austauschen.
Durch eine Zusammenarbeit beim E-ÖPNV oder beim Thema E-Carsharing beispielsweise können gemeinsame Projekte initiiert werden, die Kommunen alleine nicht bewältigen könnten.

Zweckverbände helfen dabei Ressourcen und Wissen zu bündeln, beispielsweise durch gemeinsame Verkehrsverbünde zur Elektrifizierung im ÖPNV. Auch die gemeinsame Nutzung eines Fuhrparks durch mehrere (kleine) Kommunen kann ein Ansatz sein, um die Elektrifizierung gemeinsam voranzubringen.

Beachtet werden müssen bei der interkommunalen Zusammenarbeit formal-rechtliche Hürden, wie z.B. die Vereinbarkeit mit dem Vergabe- und Gemeindewirtschaftsrecht.

Schauen Sie sich dazu unser Praxisbeispiel „Oberrhein: Interkommunale Vernetzung in Dachmarke „Einfach Mobil““ an.

Erfolgsfaktoren und Hemmnisse

Für jede dieser drei Koordinationsebenen lassen sich interne und externe Erfolgsfaktoren sowie potentielle Hemmnisse benennen (–> Vgl. Broschüre S. 16ff).

Die Möglichkeiten als Kommune aktiv zu werden sind zahlreich. Machen Sie daraus ein schlüssiges Konzept und holen Sie sich Inspiration aus dem praxisbewährten Maßnahmenkatalog.

Sektorenkopplung: Mobilität und EnergieSektorenkopplung:  Mobilität und Energie anzeigen

In der Vergangenheit operierten die Energiesektoren Elektrizität, Verkehr, Industrie, Haushalte und Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (GHD) weitgehend unabhängig voneinander. Sie nutzten etwa unterschiedliche Energieträger und Infrastrukturen, waren mit teilweise verschiedenen Märkten verknüpft und wurden individuell reguliert. In diesem Kontext zielt der Begriff „Sektor(en)kopplung“ auf die Notwendigkeit ihrer Verknüpfung ab, um Synergieeffekte zu nutzen, Effizienz zu erhöhen und somit eine Reduktion von CO2-Emissionen zu bewirken. Der Begriff beinhaltet sowohl die prozessmäßige Verknüpfung als auch die Schaffung gemeinsamer Märkte und regulativer Rahmenbedingungen.

Mit Blick auf batterieelektrische Mobilität geht es vor allem um die Kopplung der Sektoren Energie und Mobilität. Bspw. sollen durch eine intelligente Steuerung die fluktuierenden Potentiale der regenerativen Energien wie Wind und Sonne optimal durch die Verknüpfung mit dem Mobilitätssektor genutzt werden. Darüber hinaus gibt es viele weiter Pfade bspw. mit einem anderen Energieträger wie Wasserstoff.

Sektorenkopplung als Treiber der Verkehrswende
In Hinblick auf die Verkehrswende ist das Ziel der Sektorenkopplung, verstärkt lokal erzeugte, regenerative Energie in den Verkehrsbereich zu bringen (Power to mobility). Durch die ausschließliche Nutzung von regenerativen Energien kann Elektromobilität emissionsfrei gestaltet und CO2-Emissionen können reduziert werden Ein guter Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele.

Die Idee dahinter: Kommunen müssen nicht (oder nur teilweise) Strom einkaufen, sondern können selbst Erzeuger werden. Dieser Strom kann unmittelbar für den Mobilitätssektor eingesetzt werden und auf diese Weise gekauften Strom aus fossilen Energieträgern ersetzen.

Ausführliche Informationen zur Sektorenkopplung für die Verkehrswende finden Sie in der Broschüre „Energiewende im Verkehr im kommunalen Umfeld (Sektorenkopplung“). Dort werden auch Maßnahmen für weitere Akteure wie Stadtwerke, Verteilnetzbetreiber und Verkehrsbetriebe aufgeführt.

Kommunale Unternehmen im Blick
Ein zentraler Punkt bei der Umsetzung der Sektorenkopplung für die Kommune ist die Einbindung der kommunalen Unternehmen. Deshalb wird hier auf die Beziehung und Funktionen der einzelnen Akteure eingegangen. Die Kommune bzw. kommunale Verwaltung nimmt eine übergeordnete Funktion zu den Tochterunternehmen, Verkehrsbetrieben, Verteilnetzbetreibern, Stadtwerken und Wohnungsbaugesellschaften ein und verknüpft diese, wie der nachfolgenden Abbildung zu entnehmen ist.

  • Stadtwerke: Kommunen können über ihre Aufsichtsratsmandate Einfluss auf die Strategie und Aktivitäten der Stadtwerke nehmen. So können sie z. B. fordern, dass die Fahrzeugflotten der Stadtwerke schrittweise auf EV umgestellt und vermehrt eigene EE-Anlagen betrieben werden. Sinnvoll ist es, dort wo möglich, die EE-Anlagen mit den Ladestationen für die eigenen EV direkt zu koppeln. Zudem können zum Erreichen der CO2-Einsparungsziele die Stadtwerke aufgefordert werden, vermehrt CO2-einsparende Produkte wie Full Service PV-Angebote, Mieterstrom- und Car-Sharing Modelle anzubieten.

  • Verteilnetzbetreiber: Kommunen können in Bezug auf das Verteilnetz bei der Konzessionsvergabe die Bewerber dazu auffordern, einen Entwicklungsplan für den zunehmenden Anschluss von Ladepunkten zu erstellen. Dadurch sind die Verteilnetzbetreiber für das Thema sensibilisiert und haben zumindest eine grundlegende Elektromobilitätsstrategie, um den Anschluss von Ladepunkten schneller ermöglichen zu können. Im selben Rahmen können die Kommunen auch von den Konzessionsbewerbern verlangen, eine Strategie für den Anschluss von intelligent steuerbaren Verbrauchern zu entwickeln, um den Anteil an eingespeisten Strom aus EE-Anlagen zu erhöhen.

  • Verkehrsbetriebe: Kommunen und Verkehrsbetriebe müssen sich feste Zielvorgaben für die Elektrifizierung der Flotte setzen, um Planungssicherheit zu schaffen. Die Aufsichtsräte von Verkehrsbetrieben sind oftmals auch mit kommunalen Vertretern besetzt. Darüber kann der kommunale Ansatz zur Elektrifizierung von Bussen und der Einsatz von Sektorenkopplungstechnologien in die Verkehrsbetriebe getragen werden. Eine weitere Möglichkeit ist es, bei der Erstellung der kommunalen Nahverkehrspläne die Elektrifizierung von Bussen oder Linienstrecken vorzugeben. Dadurch wären die Konzessionsnehmer verpflichtet, entsprechende Buslinien elektrisch zu bedienen. Ladeinfrastruktur wäre eine weitere bauliche Anlage, die harmonisch in das Gesamtstadtbild der Umgebung einzubinden ist. Der Genehmigungsprozess für Ladeinfrastruktur und eventuellen lokalen Batteriespeichern kann für Verkehrsbetriebe erleichtert werden, indem der Genehmigungsprozesse für die Installation von entsprechenden Anlagen vereinfacht wird.

  • Siedlungsbaubereich: Im Wohnungsbaubereich ergeben sich für die Kommune vielfältige weitere Hand-lungsoptionen. So können kommunale Wohnungsbaugesellschaften aufgefordert werden, den Einsatz von Mieterstromangeboten nach Möglichkeit bei den eigenen Gebäuden umzusetzen und Lademöglichkeiten für EV zu schaffen. Kommunen, die das Thema Sektorenkopplung z. B. bei der Ausschreibung von Neu-baugebieten eine größere Rolle einräumen möchten, können dies über städtebauliche Verträge realisieren. Bei der Ausweisung von Neubaugebieten kann die Errichtung von Ladeinfrastruktur vorgegeben werden. In der Gebäudewirtschaft wird neuerdings „E-Mobility ready“ zum Verkaufsargument. Bei einer großen Anzahl zusammenhängender Ladepunkte, z. B. in der Tiefgarage eines Mietshauses, könnte ein verpflichtendes Lastmanagement die Kosten für den Netzanschluss minimieren. Als Ausgleich könnten zentrale Schnellladepunkte für die Bewohner geschaffen werden. Im Verbund der kommunalen Tochterunternehmen sollten Synergien genutzt werden. Hier können Kommunen eine zentrale Rolle einnehmen, wenn Energieversorger, Netzbetreiber und Verkehrsbetrieb unter einem Dach arbeiten.

Finanzierung und technische Lösungen
Für die Umsetzung der genannten Maßnahmen gibt es eine Vielzahl an Finanzierungsmöglichkeiten sowie unterschiedliche technische Lösungen, die Kommunen einsetzen können. Informationen zu diesen Aspekten finden Sie in der Broschüre „Energiewende im Verkehr im kommunalen Umfeld (Sektorenkopplung)“ auf Seite 53.

Darüber hinaus finden Sie in der Infothek unter Bundesförderung Elektromobilität weiterführende Informationen zum Thema Förderung.

Das Praxisbeispiel BatterieOberleitungsBus zeigt, wie in Solingen die Sektoren Energie und Mobilität erfolgreich gekoppelt wurden.

Kommunen haben weitreichende Regelungs- und Gestaltungskompetenzen. Die pflichtigen Selbstverwaltungsaufgaben (bspw. Bauleitplanung und Aufgaben als Umweltbehörde) wie auch die Aufgaben des übertragenen Wirkungskreises (u.a. Aufgaben der Straßenverkehrsbehörde) können für die Integration von Elektromobilität genutzt werden. Die kommunale Zuständigkeit für das Wege- und Straßenrecht legt die Grundlage für die Genehmigung von Ladeinfrastruktur. Ebenso können als Straßenverkehrsbehörde, Bauaufsichtsbehörde oder Straßenbaulastträgerin E-Mobilität fördernde Genehmigungen (bspw. straßenverkehrsrechtliche Privilegierungen) erteilt werden. Kommunen, und die Unternehmen an denen sie beteiligt sind, betreiben oftmals den ÖPNV. Zudem unterhalten sie oft eigene Flotten. Zwei wirkungsvolle Ansätze, um direkt Einfluss hinsichtlich Beschaffung und auch Nutzung zu nehmen. Wirtschaftlichkeit und Sparskamkeit sind haushaltsrechtlich geboten – gleichzeitig können aber Vorgaben bspw. hinsichtlich Klimafreundlichkeit im Beschaffungsprozess verankert werden. In Ihrer Kommune gibt es private oder unternehmerische Initiativen zur Förderungder Elektromobilität? Als Kommune können Sie mit Informationen und Veranstaltungen unterstützen, oder das Thema erstmal anregen.

Das kommunale E-Mobiltäts-Konzept

Wenn Sie wissen, welche Erwartungen Elektromobilität in Ihrer Kommune erfüllen soll und Sie Ihre Mitstreiter kennen, haben Sie die Grundlage geschaffen, um mit der Umsetzung beginnen zu können.

Die Praxisbeispiele zeigen es: So wenig, wie es das eine Mobilitätskonzept gibt, das für alle Kommunen passt, so wenig gibt es das universale Umsetzungskonzept. Die kommunalen Konzepte und Satzungen bieten eine Fülle von Möglichkeiten, um die individuelle Lage Ihrer Kommune adäquat aufzugreifen.

Elektromobilität in kommunalen Strategien verankern

Damit effiziente Mobilitätskonzepte entstehen können, müssen seitens der Kommune Leitlinien zu übergeordneten Themen wie:

• Klimaschutz,
• Verbesserung der Luftqualität,
• Verkehrsreduzierung oder
• Verkehrsverlagerung

bestehen. Dann können Kommunen unter Berücksichtigung ihrer Ausgangslage und im Rahmen ihrer finanziellen und personellen Ressourcen, die Elektromobilität maßgeblich mitgestalten.

Das Praxisbeispiel Einbindung von Elektromobilität in den Nahverkehrsplan der Region Hannover zeigt, wie es der Stadt gelungen ist, ausgehend von Klimaschutzzielen, Elektromobilität in den Nahverkehrsplan zu integrieren.

Prüfen Sie in welche kommunalen Konzepte und Leitlinien das Thema Elektromobilität zielführend integriert werden kann.

Elektromobilität ist ein Querschnittsthema mit vielen Berührungspunkten in der kommunalen Verwaltung. Daher ist die Verankerung von Elektromobilität in die bestehenden Pläne und Leitlinien der Kommune ein zentraler Erfolgsfaktor. Nur mit entsprechender Verankerung ist es möglich, Elektromobilität langfristig in der kommunalen Mobilität zu integrieren und zu etablieren.

Ansatz- und Abstimmungspunkte für die Integration eines Elektromobilitätskonzeptes, die schon praktisch erprobt wurden, sind beispielsweise:

  • Übergeordnete Strategien und Konzepte: Stadtentwicklungskonzept, Klimaschutzkonzept, Verkehrsentwicklungsplan, Nahverkehrsplan, Luftreinhalteplan und Lärmminderungsplan
  • Spezielle Konzepte zur Förderung: Masterplan Elektromobilität, Ladeinfrastrukturkonzept, E-Parkraummanagement
  • Ortsrecht: Bauleitplanung, Stellplatzsatzung, Sondernutzugssatzungen
  • Kooperationen und Verträge: Interkommunale Zusammenarbeit, städtebauliche Verträge, Sondernutzungsverträge, Beschaffungsrichtlinien

Details zu den Möglichkeiten, die die einzelnen Pläne bieten, sowie eine Vielzahl von Praxisbeispielen lesen Sie in der Broschüre Elektromobilität in der kommunalen Umsetzung.

Möglichkeiten des Elektromobilitätsgesetzes (EMOG)

Das Elektromobilitätsgesetz (EmoG) hat den Gestaltungsspielraum von Kommunen noch einmal erweitert. So ist es möglich verschiedene Bevorrechtigungen für elektrisch betriebene Fahrzeuge zu vergeben.


–> Ausführliche Infos zum "Elektromobilitätsgesetz"

Der Maßnahmenkatalog – Schritt für Schritt zum Fahrplan Elektromobilität

Egal ob Sie sich gezielt einzelne Schwerpunkte in der Umsetzung setzen, oder das Thema Elektromobilität ganz systematisch erschließen, ob Sie den kommunalen Fuhrpark umbauen wollen oder Elektromobilität für die Bevölkerung attraktiver machen wollen – am Ende müssen Sie es konkret tun: Das Konzept muss erarbeitet, Gespräche geführt und detaillierte Pläne geschrieben werden. Und das sieht für jede Kommune anders aus.

Welche Maßnahme wann die richtige ist, dass entscheiden Sie. Maßnahmenideen, die grundsätzlich funktionieren finden Sie im Maßnahmenkatalog und in den weiteren Praxisbeispielen. Die Anregungen reichen von Formaten zur Bürgerinformation bis zur Einrichtung einer Mobilitätszentrale.

Holen Sie sich Anregungen

Wählen Sie im Maßnahmenkatalog den Bereich für den Sie Ihre Strategie entwickeln wollen und lassen Sie sich von den Zielen und zugehörigen Teilzielen zu passenden Maßnahmen leiten. Relevante Maßnahmen können Sie auswählen und sich so eine individuelle Merkliste zusammenstellen. Diese können Sie ausdrucken, als PDF speichern oder sich den Link als Email zuschicken.

Grundlage des Maßnahmenkatalogs ist die Broschüre „Förderung der Elektromobilität durch Verankerung in kommunalen Mobilitätsstrategien“.

Maßnahmenkatalog für kommunale Mobilitätsstrategien