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Elektroautos im Individual- und Pendlerverkehr

In Deutschland sind über 47 Millionen Pkw zugelassen - ein Zeichen für den hohen Stellenwert individueller Mobilität. Aber die Nutzung des Pkw ändert sich: Die Bedeutung des Autobesitzes sinkt, Sharing-Angebote werden beliebter, innerstädtische Zufahrten werden durch Umweltzonen und Fußgänger- und Begegnungszonen eingeschränkt.

Kommunen haben die Chance, diese Trends aufzugreifen und zur Mobilitätswende, sauberer Luft wie auch attraktiven Innenstädten beizutragen.

Kommunen als Treiber

Klimafreundlich
& günstig Auto fahren

E-Carsharing

Konkrete Privilegien schaffen

Das im September 2014 verabschiedete E-Mobilitätsgesetz (EmoG) gibt Kommunen die Möglichkeit, die Elektromobilität so zu fördern, wie es vor Ort am meisten Sinn macht. Etwa aus Gründen der Luftreinhaltung. Gleichzeitig schafft es die Grundlage dafür. Im Wesentlichen werden folgende Inhalte geregelt:

  • Definition der zu privilegierenden E-Fahrzeuge
  • Kennzeichnung über das Nummernschild
  • Park - und Halteregelungen, bspw. für kostenfreies Parken in Innenstädten, Anwohnerparken und exklusive Stellplätze mit Ladeinfrastruktur
  • Möglichkeit der Freigabe von Sonder-/ Busspuren
  • Ausnahmen von Zufahrtbeschränkungen oder Durchfahrtverboten
  • Ermächtigung der Länder zur Ermäßigungen und Befreiungen von Parkgebühren durch Länderregelungen

–> Mehr Infos zum Thema "Elektromobilitätsgesetz"

Auch im Bereich Wohnbau fördern verschiedene Maßnahmen die Einführung und Nutzung von Elektromobilität. So können bereits in Bebauungsplänen Infrastrukturmaßnahmen wie Ladepunkte und Abstellmöglichkeiten für Elektrofahrzeuge integriert und so langfristig die Attraktivität gesteigert werden. Mit der Bereitstellung von Ladeinfrastruktur und/oder eCarSharing-Fahrzeugen, können die Stellplatzanforderungen (Stellplatzschlüssel) für Wohnungsunternehmen reduziert werden. Dies ist nicht nur im Neubau von Geschosswohnungen denkbar, sondern auch im Bestandsumbau.

Bei sinkender Bedeutung des Privatbesitzes eines Autos können Kommunen mit eCarSharing zusätzlich punkten und entlasten gleichzeitig die angespannte Lage innerstädtische Räume.

Interesse wecken, Vorbehalte abbauen

Abgesehen der durch das EmoG eingeräumten Bevorrechtigungsmöglichkeiten bilden Maßnahmen zur Stärkung der Akzeptanz der Elektromobilität in der Bevölkerung eine wichtige Säule. Dies kann beispielsweise über Nutzerinformationen in Broschüren oder Online-Apps über bspw. Standorte, Kosten und Ladedauer oder ähnliches realisiert werden. Hilfreich ist es zudem bei der Planung potentielle sowie bereits aktive Nutzer zu berücksichtigen.

Der Maßnahmenkatalog bietet eine Vielzahl von Ideen zur Bürgerbeteiligung oder zum Thema Wohnungsbau und E-Mobilität.

Niederschwellige (Test-)Angebote wie bspw. Probefahrten im Rahmen von Informationsveranstaltungen oder Aktionswochen in der Stadt, ermöglichen einen ersten Kontakt zur E-Mobilität. Die Roadshow Elektromobilität des BMVI leistet hierzu zusätzlich einen Beitrag.

Vergünstigter Einstieg in die E-Mobilität

Mit der Innovationsprämie fördert die Bundesregierung den Kauf von neuen wie auch gebrauchten Elektrofahrzeugen zusammen mit den Herstellern mit bis zu 9.000 €. Anträge auf Förderung werden an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gerichtet.

Auch im Betrieb sind Elektrofahrzeuge zumeist günstiger als ihr herkömmliches Pendant durch die geringere Wartungsintensität und geringere Verbrauchskosten pro Kilometer.

Wer sein Fahrzeug bei der Arbeit lädt, profitiert zudem davon, dass das Laden nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden muss.

Klimafreundlich Auto fahren

Über die Lebensdauer eines Elektro-Pkw fallen geringere CO2-Emissionen gegenüber Pkw mit Verbrennungsmotor an. Maßgebliche Faktoren für die CO2-Bilanz sind:

  • Emissionen, die bei der Produktion anfallen,
  • Emissionen, die während des Betriebs anfallen,
  • Unter Umständen Emissionen, die nach dem Ende der primären Nutzung durch eine Zweitverwendung, bspw. der Batterie, entstehen.
  • Emissionen, die bei der Wiederverwertung (Recycling) anfallen,

Der energieintensiveren Produktionsphase von Elektrofahrzeugen folgt eine verhältnismäßig emissionsarme Betriebsphase. Voraussetzung für den emissionsarmen Betrieb ist eine CO2-arme Produktion des benötigten Stroms bzw. Wasserstoffs. Werden diese Kraftstoffe mit Hilfe von regenerativen Energiequellen gewonnen, begünstigt das zudem eine niedrige CO2-Bilanz.

Am Ende des Lebenszyklus eines Elektrofahrzeugs muss dieses recycelt werden. Für die Batterie gibt es neben der Wiederverwertung die Möglichkeit der Zweitverwendung (2nd use). Dabei werden Batterien beispielsweise als Energiespeicher in Einfamilienhäusern eingesetzt oder auch für eine flexible Ladeinfrastruktur.

Ihren Vorteil in der CO2-Bilanz spielen Elektrofahrzeuge gegenüber konventionell angetriebenen Fahrzeugen insbesondere bei hohen Laufleistungen aus. Die untenstehende Grafik veranschaulicht die CO2-Blianz der verschiedenen Antriebsarten im Zusammenhang mit unterschiedlichen Laufleistungen.

Einfluss der Fahrleistung auf das Treibhauspotenzial - Referenzfahrzeuge Kompaktsegment - Quelle: NOW

Beim aktuellen Strommix verursacht ein batterieelektrischer Kompaktwagen bereits ab einer Fahrleistung von 60.000 km weniger CO2-Emissionen in der Gesamtbilanz als ein vergleichbarer Benziner. Ab 125.000 km schlägt er ebenfalls einen kompakten Dieselwagen. Fortschritte in der Batterieforschung und -produktion sowie der wachsende Anteil von erneuerbaren Energien am deutschen Strommix bauen diesen Vorteil beständig weiter aus. Plug-In-Hybride erreichen bereits bei geringeren Laufleistungen diese sogenannten Break-Even-Punkte. Bei hohen Laufleistungen können sie allerdings batterieelektrische Fahrzeuge nicht unterbieten.

Angebote der sogenannten Shared Mobility liegen im Trend. Dabei steht die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen im Vordergrund und nicht der individuelle Besitz. Carsharing ist ein wichtiger Bestandteil dieser neuen Mobilitätsformen, denn immer mehr Menschen verzichten auf das eigene Auto und setzen auf einen Mobilitätsmix aus Carsharing, ÖPNV und weiteren Möglichkeiten.

Zum 01.01.2020 waren in Deutschland 2.290.000 Fahrberechtigte im Carsharing unterwegs – Tendenz steigend. Und Elektrofahrzeuge sind – sofern vorhanden – besonders beliebt bei Carsharing-Anbietern.

Vorteile des E-Carsharing

Für Kommunen lohnt sich die Förderung von E-Carsharing:

  • Mehr Platz: Geteilte Fahrzeuge bedeuten weniger private Fahrzeuge, die einen Parkplatz benötigen. Mehr verfügbarer öffentlicher Raum kann Parkdruck verringern oder andere Nutzungen wie Grün- oder Spielflächen möglich machen. Bei gleicher Fahrleistung hat Carsharing einen deutlich geringeren Flächenbedarf als der motorisierte Individualverkehr.
  • Weniger Emissionen: Elektrisch angetriebene Fahrzeuge verursachen weniger CO2, weniger Luftschadstoffe und weniger Lärm.
  • Klimafreundlich: Während private Fahrzeuge eher Stehzeuge sind und lange Zeiträume ungenutzt parken, sorgen Carsharing-Angebote für eine höhere Auslastung der Fahrzeuge. Dieser Effekt zeigt sich vor allem im urbanen Kontext mit hohen Bevölkerungsdichten. Da die CO2-Bilanz von Elektrofahrzeugen maßgeblich von ihrer Laufleistung abhängt, kann E-Carsharing mit seiner höheren Auslastung der Fahrzeuge dazu beitragen, die Höhe der CO2-Emissionen insgesamt zu senken.

E-Carsharing unterstützen

Die Einführung von E-CarSharing in Kommunen kann über verschiedene Einzelmaßnahmen gefördert werden:

  • Bei Ausschreibungen und städtebaulichen Wettbewerben die Förderung von E-Carsharing in den Anforderungskatalog integrieren.
  • Stellplätze nur für E-Carsharing-Fahrzeuge an strategisch wichtigen Orten schaffen und diese damit leicht zugänglich und attraktiv machen. Kommunen haben mit dem Zugang zum öffentlichen Parkraum einen zentralen Schlüssel zur Förderung von E-Carsharing in der Hand. Insbesondere das stationsgebundene E-Carsharing ist auf Lademöglichkeiten und Stellplätze angewiesen.
  • Öffentliche Parkflächen kostenlos/-günstig für E-Carsharing-Fahrzeuge zur Verfügung stellen.
  • E-Carsharing-Angebote an Bahnhöfe und andere ÖPNV-Knotenpunkte anbinden, um Nutzer*innen den Wechsel zwischen den Verkehrsmitteln zu erleichtern.
  • Mit Carsharing-Anbietern Angebote entwickeln, die Nutzer*innen den Verzicht auf einen privaten Pkw erleichtern: beispielsweise Schnupperangebote für Neubürger*innen oder vergünstige ÖPNV-Karten für Carsharing-Nutzer*innen
  • Privilegien für private Pkw abbauen, beispielsweise durch angepasste Parkraumbewirtschaftung.

Um die Bemühungen der Kommunen zu unterstützen und nachhaltige Mobilität weiter zu fördern, hat die Bundesregierung Ende 2016 ein CarSharing-Gesetz verabschiedet. Das Gesetz definiert nicht nur Carsharing-Fahrzeuge, sondern bietet Straßenverkehrsbehörden die Möglichkeit, diesen Fahrzeugen Privilegien beim Parken, wie reservierte Parkplätze und die Befreiung von Parkgebühren, zu gewähren.

Schafft sich eine Kommune Elektrofahrzeuge an, können die Fahrzeuge über Carsharing-Systeme nach der Dienstzeit für private Nutzer freigegeben werden. Das Praxisbeispiel „E-Carflex“ aus Düsseldorf zeigt wie es gehen kann.

Weitere Anregungen zur Umsetzung von E-CarSharing finden Sie auch in unserem Maßnahmenkatalog.

E-Carsharing im ländlichen Raum

Im Gegensatz zur Stadt wohnen auf dem Land weniger Menschen, die allerdings längere Fahrdistanzen zurücklegen müssen. Nichtsdestotrotz steigt auch hier das Umweltbewusstsein und damit einhergehend das Interesse an nachhaltigen Mobilitätsformen. Kurz: Auf dem Land steht das Carsharing vor anderen Herausforderungen, die mit den passenden Maßnahmen in Angriff genommen werden können.

Ansatzpunkte für E-Carsharing im ländlichen Raum sind :

  • Kooperationen aufbauen: Kommunen und Unternehmen können als Ankermieter auftreten, die feste, monatliche Kilometer- oder Zeit-Kontingente buchen. Auf diese Weise wird eine Grundauslastung und damit die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Angebots sichergestellt.
  • Förderung nutzen: Für die Errichtung von E-Carsharing-Angeboten im ländlichen Raum stehen besondere EU-Förderungen zur Verfügung. So bietet beispielsweise das Leader-Programm zur Regionalentwicklung in ländlichen Räumen, Zuschüsse zur Einrichtung von Carsharing-Angeboten mit Elektrofahrzeugen.
  • Regionale Energie einspeisen: Nutzung der regional erzeugten, regenerativen Energie für die Ladeinfrastruktur. Dies steigert die regionale Wertschöpfung und Akzeptanz und sorgt für eine bessere Umweltbilanz der E-Carsharing-Flotte.

Das Praxisbeispiel E-Wald zeigt, wie E-Carsharing auch im ländlichen Raum gelingen kann.

Carsharing mit e-carflex in Düsseldorf

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Die Vorteile sind offensichtlich, vor allem im städtischen Raum: Eine Zunahme der CarSharing-Anbieter bedeutet, weniger private Autos, was sich positiv auf die Umwelt auswirkt und zudem freie Flächen schafft. Bei gleicher Fahrleistung hat CarSharing einen sieben bis neunmal geringeren Flächenbedarf als der motorisierte Individualverkehr. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen in CarSharing-Flotten verstärkt die positiven Effekte zusätzlich: Dank eCarSharing gibt es weniger Abgase, Feinstaub und Lärm.

Durch eCarSharing können sich Nutzer mit der neuen Technologie vertraut machen und gleichzeitig wird so die Elektromobilität gefördert. Interessant für das eCarSharing ist dabei vor allem das stationsgebundene CarSharing. An den Stationen kann die nötige Infrastruktur mit Ladesäulen leicht eingerichtet und die Autos während der Standzeiten geladen werden. Anbieter von ungebundenem CarSharing haben inzwischen allerdings auch erfolgreich die ersten E-Autos in ihre Flotten übernommen.

Die beiden häufig vorgebrachten Argumente gegen Elektrofahrzeuge – geringe Reichweite und hohe Anschaffungskosten – spielen beim eCarSharing eine untergeordnete Rolle. Denn ein höherer Nutzungsgrad amortisiert den Anschaffungspreis, da die Verbrauchskosten geringer sind als bei Verbrennungsmotoren. Zudem gibt es beim CarSharing ein anderes Nutzerverhalten, d. h. die zurückgelegten Strecken sind in der Regel kürzer und die Reichweiten somit ausreichend.

Mit einem Wirtschaftlichkeitsrechner für eCarSharing kann der Ertrag im Verhältnis zum Aufwand gemessen werden.

Die Broschüre „Elektromobilität im CarSharing“ benennt Chancen und Risiken für Kommunen und zeigt, wie der Betrieb wirtschaftlich laufen kann. In der Broschüre werden unter anderem über 40 eCarSharing-Anbieter porträtiert.

Die besten Voraussetzungen für den ökonomischen Betrieb eines eCarSharing-Fuhrparks bieten Städte mit gut ausgebautem Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV). Hier ist die Zahl der Autobesitzer geringer und die Nachfrage nach CarSharing als Ergänzung zum ÖPNV höher als in Gegenden mit schwach entwickeltem ÖPNV. Das Praxisbeispiel E-Wald beweist dennoch, dass eine erfolgreiche Umsetzung von eCarSharing auch in ländlichen Regionen möglich ist.

E-Carsharing unterstützenE-Carsharing unterstützen anzeigen

Über verschiedene Einzelmaßnahmen kann die Einführung von eCarSharing in Kommunen gefördert werden.

  • Bei Ausschreibungen und städtebaulichen Wettbewerben die Förderung von eCarSharing in den Anforderungskatalog integrieren
  • Stellplätzen nur für eCarSharing-Fahrzeuge an strategisch wichtigen Orten schaffen und diese damit leicht zugänglich und attraktiv machen
  • Öffentliche Parkflächen kostenlos zur Verfügung stellen
  • eCarSharing-Angebote an Bahnhöfe und andere ÖPNV-Knotenpunkte anbinden, um die Kombination aus CarSharing und ÖPNV zu erleichtern

Um die Bemühungen der Kommunen zu unterstützen und nachhaltige Mobilität weiter zu fördern, hat die Bundesregierung Ende 2016 ein CarSharing-Gesetz verabschiedet. Das Gesetz definiert nicht nur CarSharing-Fahrzeuge, sondern bietet Straßenverkehrsbehörden die Möglichkeit, diesen Fahrzeugen Privilegien beim Parken, wie reservierte Parkplätze und die Befreiung von Parkgebühren, zu gewähren.

Schafft sich die Kommune E-Fahrzeuge an, können die Fahrzeuge über CarSharing-Systeme nach der Dienstzeit für private Nutzer freigegeben werden. So läuft es auch in Düsseldorf im Praxisbeispiel "E-Carflex".