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BatterieOberleitungsBus (BOB) Solingen

Quelle: https://www.bob-solingen.de/

Das Projekt
Durch die Kombination von bewährter Oberleitungsbus- und neuester Batterietechnologie im Batterie-Oberleitungs-Bus (BOB) soll in diesem Solinger Projekt demonstriert werden, wie die Elektrifizierung des ÖPNV in Kommunen gelingen kann. Im Kern des Vorhabens steht ein herkömmlicher Oberleitungsbus, dessen Dieselhilfsmotor gegen ein modernes Batteriesystem ausgetauscht wird. Ausgehend vom BOB wird das bestehende Solinger Oberleitungsnetz zur intelligenten Ladeinfrastruktur aufgerüstet, die dynamisches Nachladen der Batterien während der Fahrt erlaubt und es so ermöglicht, den ÖPNV trotz begrenzter Kapazitäten vollständig zu elektrifizieren, die Ladeinfrastruktur energieeffizient zu betreiben und darüber hinaus Kosten zu senken. Das Projekt legt den Grundstein für einen ganzheitlichen Ansatz zur Verknüpfung und Optimierung von Verkehrs- und Energiefragen, um den notwendigen Systemwandel in den beiden Sektoren aktiv zu voranzutreiben.

  • Ort
    Solingen (Buslinie nach Wuppertal Vohwinkel soll in Zukunft auch elektrifiziert werden)
  • Partner
    Stadtwerke Solingen; Stadt Solingen; Verkehrsbetriebe Solingen; Netze Solingen (Verteilnetzbetreiber); Bergische Universität Wuppertal; Neue Effizienz; NETSYSTEM; Voltabox
  • Kontakt
    Neue Effizienz Daniel Bogatz Tel.: 0202/96 35 06 31 bogatz@neue-effizienz.de
  • Förderer
    BMVI

Hintergrund
Die Elektrifizierung des Solingers ÖPNV über die Oberleitungsabschnitte hinaus, zur Schaffung eines lokal Emissionsfreien ÖPNV unter Anwendung der bereits bestehenden Mittel.

Herangehensweise
Bereits seit Beginn des BOB-Projekts ist eine enge Zusammenarbeit aller Akteure notwendig. Der Verkehrsbetrieb ist u.a. für die Anschaffung der BOB´s zuständig. Da diverse erforderliche Komponenten wie beispielsweise Gleichrichter noch nicht verfügbar waren, wurde die Bergische Uni Wuppertal für dessen Forschung und Entwicklung beauftragt. Den SWS-Netzen-Solingen stellte sich die Herausforderung der Netzstabilität. Das Betreiben sowie Laden der Busse bedeutet zusätzliche Lasten für das DC-Oberleitungsnetz. Bei diversen Umbaumaßnahmen an Haltestellen und Oberleitungen, wie derzeit am Haltestellenbereich Abteiweg, sind je nach Umfang sowohl Stadtwerke, Netzbetreiber, Verkehrsbetrieb und Kommunen involviert. Die bereits vorhandenen vier BOB-Fahrzeuge werden im morgendlichen Schülerverkehr eingesetzt und darüber hinaus werden täglich Testfahrten durchgeführt.

Die Reichweite abseits der Oberleitung liegt bei ca. 20 Kilometern, je nach Zuladung und Topographie der Strecke, weshalb eine Anpassung der Routen sowie ein Ausbau der Oberleitung notwendig ist, um alle Linien elektrifizieren zu können.

Die Batterien der BOBs, die altersbedingt an Leistung verlieren, werden nach ihrem Einsatz in Umspannwerke installiert. So entsteht für die ganze Stadt ein Energiespeicher, der dazu dient lokal erzeugten Strom aus Photovoltaikanlagen zu speichern oder z.B. Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zu versorgen. Das steigert die ökologische Effizienz des Gesamtsystems und dient der Sektorenkoppelung von Verkehr, Energie und Stadt. Nach einem erfolgreichen Start in 2019 sollen zukünftig z.B. die bidirektionalen Unterwerke und PV-Anlage im Oberleitungsnetz zusammengeführt werden. Zusätzlich wird eine intelligente Kopplung des vorgelagerten AC-Netzes mit dem DC-Oberleitungsnetz stattfinden, welche eine optimierte Nutzung der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge ermöglicht. Die Gesamtförderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur für das Projekt beträgt 15 Mio. Euro.

Aktueller Stand
Aktuell befinden sich vier Fahrzeuge im Einsatz, von denen zwei sporadisch, sofern keine Tests durch die Firmen oder die Uni-Wuppertal durchgeführt werden, ebenfalls im Linienbetrieb eingesetzt werden. Des Weiteren werden noch Haltestellenbereiche umgebaut, Unterwerke errichtet sowie eine Eindrahtspur installiert, um den Linienbetrieb zu erweitern. Langfristig ist das Ziel mit BOB einen emissionsfreien ÖPNV in Solingen anzubieten.

Ausblick

  • Einbindung und Errichtung von Ladeinfrastruktur für den Individualverkehr an das Oberleitungsnetz
  • Bidirektionale Kopplung des Oberleitungsnetzes mit dem Versorgungsnetz und Aufbau stationärer Speicher an den Unterwerken
  • Anbindung von Photovoltaikanlagen an das Oberleitungsnetz und Speicherung des erzeugten Stroms in den Batteriespeichern
  • Ein autarkes Gesamtsystem im Energiesektor für die Stadt Solingen

Herausforderungen

  • Gewährleistung der Netztstabilität während des Betriebs
  • Kopplung des vorgelagerten AC-Netzes mit dem DC-Oberleitungsnetz
  • Anpassen der Busrouten (jede Linie benötigt zum Laden einen Oberleitungsabschnitt auf der Route)

Wichtige Erfahrungen
Da die vier eingesetzten BOB bislang eine gute Verfügbarkeit auf Basis bewährter Oberleitungstechnologie gezeigt hätten, biete sich hier die Chance dieselbetriebene zu batteriebetriebenen Linien zu entwickeln. Die elektrischen Fahrten erhöhe sich dadurch im Solinger ÖPNV von derzeit gut 65 Prozent auf rund 80 Prozent.