MenuMenu Suche

Einbindung von Elektromobilität in den Nahverkehrsplan der Region Hannover

Hybridbus der üstra

Ausgehend vom Nahverkehrsplan integriert die Region Hannover Hybridbusse in die Flotte und analysiert wie die Attraktivität des ÖPNV weiter gesteigert werden kann.

  • Ansprechpartner:
    Dipl.-Ing. Klaus Geschwinder und Dipl.-Geogr. Melanie Schulz
    Region Hannover
    Fachbereich Verkehr (Verkehrsentwicklung und Verkehrsmanagement)
    klaus.geschwinder@region-hannover.de
    melanie.schulz@region-hannover.de
  • Ort:
    Region Hannover

Ausgangslage

Als Ergebnis des Klimaschutzjahres 2008 wurde 2009 das Klimaschutzrahmenprogramm der Region Hannover verabschiedet. Darin setzt sich die Region Hannover das Ziel, das von der Bundesregierung formulierte Ziel der 40-prozentigen CO2 Reduktion bis zum Jahr 2020 im Vergleich zu 1990 in der Region zu erreichen.

Im Abschnitt Mobilität des Klimaschutzrahmenprogramms wird festgestellt, dass ein integrierter Verkehrsentwicklungsplan erarbeitet und umgesetzt werden soll, um die verkehrsbedingten CO2-Emissionen zu reduzieren. Anhand der CO2-Gesamtbilanz der Region Hannover wurde für den Verkehrssektor ein Anteil von 21 % an den gesamten CO2-Emissionen ermittelt, davon werden 84 % vom motorisierten Individualverkehr erzeugt. Der „VEP [Verkehrsentwicklungsplan] pro Klima“ der Region Hannover entwickelt Handlungsansätze, die in der Kompetenz der Region Hannover liegen, zur Reduktion der verkehrsbedingten CO2-Emissionen.

Ziele

Im Nahverkehrsplan (NVP) der Region Hannover werden unterschiedliche Anforderungen und Entwicklungen strategisch miteinander verbunden. Berücksichtigung finden dabei die Träger des Umweltverbunds, Aspekte der demographischen Veränderungen und Zusammenhänge mit der zukünftigen Siedlungsentwicklung.

Dabei verfolgt die Region Hannover folgende Ziele:

  1. Der „VEP pro Klima“ der Region Hannover dient dem Nahverkehrsplan als strategischer Überbau. Kernziel innerhalb des Plans ist die Reduzierun der verkehrsbedingten CO2-Emissionen um 40 % bis zum Jahr 2020 gegenüber dem Basisjahr 1990. Dieses Ziel soll im NVP aufgegriffen und konkretisiert werden.
  2. Fahrgastbelange sollen in den Vordergrund rücken und Gender-Aspekte Berücksichtigung finden (u.a. die Barrierefreiheit im ÖPNV).
  3. Einführung einer ausgewogenen Aufgabenverteilung zwischen den Verkehrsmitteln, wobei der schienengebundene Nahverkehr eine LeitlinienFunktion für die Schwerpunkte der Siedlungsentwicklung hat.
  4. Die Sicherstellung von regionsübergreifenden Angeboten.

Anknüpfungspunkte für Elektromobilität

Neben dem „klassischen“ elektrischen ÖPNV mit Stadtbahnen und Schienenpersonennahverkehr (SPNV) – d. h. Regionalzüge sowie S-Bahnen – soll die Elektromobilität zukünftig hauptsächlich im Busverkehr eine Rolle spielen: Nach dem beschlossenem „VEP pro Klima“ erfolgt die Umstellung der Stadtbusflotte auf moderne Technologien, z. Zt. sind dies Hybridbusse. Perspektivisch ist auch der Einsatz von Elektrobussen denkbar (NVP 2014; 6).

Direkte Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität

Die Stadtbusflotte des kommunalen Verkehrsunternehmens der Stadt Hannover „üstra“ wird im Rahmen anstehender Fahrzeugneubeschaffungen sukzessive auf Hybridbusse umgestellt. Darüber hinaus sollen erste Erfahrungen mit demEinsatz von Elektrobussen gesammelt werden. Dafür ist ein Testbetrieb vorgesehen. Innerhalb des Schaufensters Elektromobilität wird für die Einrichtung von Ladeinfrastruktur an ÖV-Haltestellen sowie die Bereitstellung entsprechender Stellplätze (P+R / B+R) bereits ein Konzept entwickelt.

Flankierende  Maßnahmen  zur  Förderung  der  Elektromobilität

Mit der Umsetzung einer multimodalen  Mobilitätskarte wird die Kundenbindungsstrategie weiterentwickelt werden. Alternative Mobilitätsformen bspw. in Form von Carsharing finden in der Erarbeitung eines Masterplans Berücksichtigung.

Fördernde und hemmende Faktoren

Die Umstellung auf „grünen Strom“ aus regenerativen Energien für den SPNV- und Stadtbahnbetrieb kann die CO2-Bilanz der Region Hannover erheblich verbessern. Doch besteht beim Aufgabenträger (bisher) wenig Interesse daran, für das Bestellen von Ökostrom die höheren Kosten auch zu tragen.

Strategisch ist es sinnvoll, das ÖPNV-System auf einem hohen Niveau der Umweltverträglichkeit zu halten. Soll der ÖPNV seine diesbezügliche Vorreiterrolle halten oder ausbauen, müssen Investitionen getätigt werden. Unterbleiben diese, stellt man zumindest in den Ballungsräumen mittelfristig den ÖPNV in Frage. Bei der Busflotte im Stadtverkehr der üstra können heute ca. 25 % der CO2 Emissionen durch die Umstellung auf Hybridtechnologie gegenüber herkömmlichen Dieselbussen eingespart werden.

Auch der Einsatz von Ökostrom hat in der Bilanz sehr große Wirkungen. Es ist damit zu rechnen, dass der Benzinpreis in Zukunft deutlich ansteigen wird, was einen zusätzlichen Verlagerungseffekt auf den Umweltverbund bewirken und die Akzeptanz von Ökostrom erhöhen wird.