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Optimierung des kommunalen Fuhrparks in Dortmund unter ökologischen Gesichtspunkten

Video zum Projekt metropol-E

MIt dem Projekt „Dortmund elektrisiert“ nimmt die Stadt Dortmund eine Vorreiterrolle ein und zeigt, dass der Einsatz von elektromobilen Dienstfahrzeugen sinnvoll, machbar und alltagstauglich ist.

  • Ansprechpartner:
    Michaela Bonan
    Amt für Angelegenheiten des Oberbürgermeisters und des Rates
    Ombudsstelle für Bürgerinteressen, Geschäftsstelle Masterplan Energiewende
    GF Konsultationskreis Energieeffizienz und Klimaschutz
    Friedensplatz 5
    44 1 22 Dortmund
    michaela.bonan@stadtdo.de
  • Weitere Projekte:
    "metropol-E": Ziel des vom Lenkungskreis Elektromobilität beantragte Projekets „metropol-E“ ist es, eine optimale Einbindung von Elektrofahrzeugen in die Flotte der Stadt Dortmund vor dem Hintergrund des „CO2-freien Dienstgangs“ zu definieren.

Ausgangslage

Die Zentralisierung des kommunalen Fuhrparks soll finanzielle und organisatorische Spielräume schaffen, die für eine ökologischere Ausrichtung des Fahrzeugbestands eingesetzt werden können.

Ziele

Bei der Fahrzeugbeschaffung sollen die Kriterien zur Schadstoffemission der Fahrzeuge auf den aktuellen Stand innovativer Antriebstechnologien angepasst werden. Die Umstellung des kommunalen Fuhrparks der Stadt Dortmund auf Elektrofahrzeuge  soll dazu beitragen, die Ziele des kommunalen Handlungsprogramms Klimaschutz sowie des Masterplans Energiewende zu erreichen. Zudem erwartet die Stadt Dortmund durch den Umstieg auf E-Fahrzeuge eine Reduktion der Schadstoff- und Geräuschemissionen sowie einen Beitrag zu einem Image als innovativer Wirtschaftsstandort.

Vorgehensweise

Mit einem Ratsbeschluss im Frühjahr 2011 wurde die Optimierung des kommunalen Fuhrparks initiiert. Nach einer Potenzialanalyse konnte der Verwaltungsvorstand die Ersatz- und Neubeschaffung von zehn elektrischen Fahrzeugen als erstes Modellvorhaben beschließen. Eine extern beauftragte Bestands- und Bedarfsanalyse ermöglichte es, den aktuellen und für die betriebliche Mobilität relevanten Fahrzeugbestand festzustellen und zu ermitteln, welche Fahrzeuge sinnvoll in einem Pool eingesetzt werden können.

Gleichzeitig wurden anhand von Kriterien wie Nutzungshäufigkeit, Laufleistung und Spezialisierung die Einsatzmöglichkeiten für Elektrofahrzeuge überprüft. Wichtige Grundlagen für den Einsatz von E-Fahrzeugen im kommunalen Fuhrparkmanagement sind eine Fuhrparkanalyse, der Ausbau der halböffentlichen und öffentlichen Ladeinfrastruktur sowie die Nutzung nachhaltiger Energiequellen und entsprechender Energiespeicheranlagen.

Zudem wurde im Herbst 2011 unter Federführung der Geschäftsführung des Konsultationskreises Energieeffizienz und Klimaschutz (KEK) und der Wirtschaftsförderung Dortmund der „Lenkungskreis  Elektromobilität“ eingerichtet, der sich umfassend mit dem Thema Elektromobilität befasst. Dieser Lenkungskreis wurde per Ratsbeschluss legitimiert und bildet eine Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung, Wirtschaftsförderung, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen, Wissenschaft und weiteren Initiativen. Der Lenkungskreis begleitet viele Aktivitäten in Dortmund rund um die Elektromobilität bei Unternehmen, Verbänden und Institutionen und koordiniert die Absprachen mit der Verwaltung.

Ende 2012 wurde die Einrichtung eines zentralen Mobilitätsdienstleistungszentrums als eigenständige Organisationseinheit zur Erarbeitung eines gesamtstädtischen Mobilitätskonzeptes unter Einbindung der Elektromobilität vereinbart. Der Verwaltungsvorstand setzte sich Anfang 2014 zudem das Ziel, den bisher dezentral organisierten Fuhrpark zu zentralisieren. Die Errichtung eines zentralen PKW–Pools führt zu verbesserten Einkaufskonditionen. Die auf die Weise eingesparten Mittel werden in die Beschaffung von E-Fahrzeugen reinvestiert. Darüber hinaus werden auch die finanziellen Einsparungen durch das Flottenmanagement für die ökologische Verbesserung der Flotte genutzt. Insgesamt soll laut Beschluss des Verwaltungsvorstandes der Anteil der Elektromobilität in der städtischen PKW-Flotte ca. 20 % betragen (16 Elektrofahrzeuge).

Zur Standortauswahl der Ladeinfrastruktur wurde ein Analysetool der Firma PTV herangezogen und um Anregungen und Wünsche der Bezirksvertretungen ergänzt. Ein internes Beteiligungsverfahren zur Standortauswahl und Genehmigung in Bezug auf die Miniwindkraft-, PV-Anlagen und lokalen Speicher wurde durchgeführt.

Über das Instrument der „Runden Tische“ wurden alle am Prozess Beteiligten zusammengeführt und in den Umsetzungsprozess eingebunden.

Fördernde und hemmende Faktoren

Die Neuorganisation von Strukturen und Prozessen bedarf umfangreicher Mitbestimmung. Die Zentralisierung eines Fuhrparks schafft auch Widerstände, da Aufgabenbereiche verändert oder Einsparpotentiale transparent werden. Eine umfangreiche Beteiligung innerhalb der Verwaltung stellt sicher, dass dieser Veränderungsprozess von allen Akteuren mitgetragen wird. Durch den Einsatz von E-Fahrzeugen entstehen wirtschaftliche Vorteile und die Stadt wird als Vorreiter der Elektromobilität wahrgenommen.

Als günstig erwiesen hat sich auch die Einrichtung des Lenkungskreises  Elektromobilität. Über diesen werden die Vernetzung der E-Mobilitätsakteure innerhalb der Stadtgesellschaft und die Wissensmultiplikation in die Wirtschaft vorangetrieben. Wichtig ist die gezielte sachliche Information, um Verständnis und Akzeptanz für das Themenfeld und seine Zusammenhänge zu gewinnen. Hilfreich ist die Einbettung des Themas in einen breiteren Kontext (z. B. Umweltziele).

Anzustreben ist die Aktivierung interner und externer Multiplikatoren, die das Vorhaben ggf. auch eigenständig weiter betreiben können. Die Schaffung einer eigenständigen Organisationseinheit „Mobilitätszentrum“  ermöglicht die zentrale Verwaltung des Fuhrparks sowie eine gebündelte Beschaffung, Konfiguration sowie Budgetplanung. Die Darstellung der Wirtschaftlichkeit eines E-Fahrzeuges sowie die Einhaltung haushaltsrechtlicher Vorgaben in Bezug auf die Beschaffung von Fahrzeugen benötigen ausreichende Expertise und Zeit. Andere Organisationseinheiten werden personell entlastet. Die gleichzeitige Zentralisierung im Bereich des Rechnungswesens reduziert zudem Schnittstellen und führt zu weiteren Ressourceneinsparungen. Das Genehmigungs- und Gestattungsverfahren für die Ladeinfrastruktur wurde durch eine frühzeitige Beteiligung und Information der politischen Entscheidungsträger in den Bezirken vor Ort, der Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der Bezirksvertretungen, der zuständigen Genehmigungsbehörden sowie des Rats der Stadt Dortmund und seinen Gremien unterstützt. Die oftmals längeren Lieferzeiten der E-Fahrzeuge müssen imZuge der Bereitstellungsplanung berücksichtigt werden.