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Städtebefragung: Elektromobilität in deutschen Kommunen

Die Städtebefragung 2017/18 ist die dritte Befragung von Kommunen durch das BMVI. Ihr Ziel ist es, die Aktivitäten der Kommunen im Bereich Elektromobilität zu erfassen: Wie hat sich das Thema in den Kommunen entwickelt? In welchen Handlungsfeldern sind Kommunen aktiv und wo zeichnen sich Bedarfe ab?

Mit der Auswertung von 540 teilnehmenden Kommunen (Einwohnerzahl > 5.000) ist die Befragung die bisher umfangreichste ihrer Art.

In der Befragung zeigt sich, dass das Thema „Elektromobilität“ mittlerweile in den Kommunen angekommen ist. Fast alle Kommunen beschäftigen sich in irgendeiner Weise mit dem Thema – wenn auch nur teilweise mit einer strategischen Einbettung. Insbesondere kleine Kommunen benötigen weiterhin Unterstützung, damit sie auch mit geringen Ressourcen die Elektromobilität vorantreiben können.

Key facts:

  • Befragte Kommunen: 540
  • Größe der Kommunen: > 5.000 Einwohner
  • Zeitraum der Befragung: Nov. 2017 – Feb. 2018
  • Befragte Personen: Sachbearbeiter / Klimaschutz-Manager, aber auch Verwaltungsspitze / Amtsleitung
  • Link zur Studie (PDF)

1. Relevanz

2. Potentiale

3. Treiber

4. Handlungs-Felder

5. Strategie

Welche Relevanz hat Elektromobilität für die befragten Kommunen?

Das Thema Elektromobilität ist mittlerweile in den deutschen Kommunen angekommen. Die Vorteile alternativer Antriebe sind bekannt ebenso wie der damit im Zusammenhang stehende gesellschaftliche Nutzen eines Markthochlaufs der Elektromobilität. Zwei Drittel der befragten Städte bewerten die Relevanz des Themas mit „Sehr hoch“ oder „Eher hoch“. Als wichtigere Themen werden lediglich der ÖPNV und der Radverkehr genannt. Andere Themen wie intermodal vernetzte Mobilität, autonomes Fahren oder auch Fußgängerzonen werden als weniger relevant eingeordnet.

Die genannte Relevanz des Themas spiegelt sich auch in der Aktivität der Kommunen wider: Rund 81% der befragten Kommunen sind im Bereich Elektromobilität aktiv, weitere 10% planen Aktivitäten.

Auffällig ist der Zusammenhang zwischen der Größe der Kommunen und ihrer Aktivität im Bereich Elektromobilität: je größer die Kommune, desto wichtiger wird das Thema bewertet. Bei kleineren Kommunen hingegen fehlen häufig die Ressourcen, um das Thema anzugehen. 10 von 14 Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern haben eine eigene Stelle zur Koordination von Elektromobilität. In kleineren Städten sind solche Stellen in der Regel nicht vorhanden.

Welche Potentiale sehen Kommunen in der Elektromobilität?

Die Potentiale der Elektromobilität, im Sinne eines Mehrwertes für die Kommunen, werden sehr unterschiedlich beurteilt. Am häufigsten genannt werden der Imagegewinn sowie positive Auswirkungen im Bereich Klima- und Umweltschutz. Auch die Einhaltung von Grenzwerten für Schadstoffemissionen ist häufig genannt. Weniger im Fokus stehen dagegen wirtschaftliche Effekte oder die Förderung des Tourismus.

Wer treibt die Elektromobilität innerhalb der Kommunen voran?

Wichtigster Treiber ist laut Befragung die kommunale Verwaltung. Im Hintergrund spielen die Kommunalpolitik, private Unternehmen sowie engagierte Bürger eine wichtige Rolle.

Innerhalb der Verwaltung ist das Thema Elektromobilität entweder unmittelbar der Leitungsebene zugeordnet oder alternativ dem Bereich „Umwelt“. Teilweise werden auch übergreifende Strukturen genutzt, bei denen z.B. auch die Wirtschaftsförderung, die Bereiche Verkehr und Stadtplanung oder auch die Tourismusförderung bzw. das Stadtmarketing mit einbezogen werden.

Darüber hinaus spielen auch übergeordnete Strukturen wie die Kreise (v.a. für kleinere Städte) oder Förder- und Forschungsprojekte (v.a. für größere Städte) eine wichtige Rolle.

In welchen Handlungsfeldern sind Kommunen aktiv?

Die meisten Kommunen wählen ihre Aktivitäten sorgfältig aus und entscheiden sich für einen klaren Fokus bei ihren Aktivitäten. Die mit Abstand am häufigsten genannten Handlungsfelder sind der „Ausbau von Ladeinfrastruktur“ und die „Elektrifizierung des kommunalen Fuhrparks“. Deutlich seltener genannt sind z. B. die „Umsetzung von Bestandteilen des Elektromobilitätsgesetzes (EmoG)“ oder die „Elektrifizierung gewerblicher Fuhrparks“.

Dabei zeigt sich ein interessanter Zusammenhang: Je stärker Elektromobilität in einer Kommune strategisch verankert ist, desto mehr Handlungsfelder werden aktiv bearbeitet. 72% der Kommunen haben bereits Ladeinfrastruktur errichtet, aber lediglich 23% tun dies im Kontext einer strategischen Planung.

Auffällig ist auch die Unsicherheit bei der Umsetzung des EmoG: nur wenige Kommunen nutzen bisher die potentiellen Vorteile. Grund dafür sind z.B. Unklarheiten in Bezug auf die Beschilderung bevorrechtigter Parkflächen.

Wie sieht die strategische Einbettung des Themas aus?

Bei der strategischen Einbettung von Elektromobilität gibt es noch Luft nach oben: lediglich bei 53 % der befragten Kommunen gibt es eine Verankerung in Strategie- und Planungspapieren der Kommunen, weitere 27 % planen diese zumindest.

Mit Abstand am häufigsten ist Elektromobilität in Klimaschutzprogramme/-konzepte (214 Kommunen) mit verankert, am wenigsten in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen (16 Kommunen).

Übersicht der thematischen Verankerung:

  • Klimaschutzprogramme/-konzepten (214 Kommunen)
  • Maßnahmenpläne zum Thema Elektromobilität (62 Kommunen)
  • Verankerungen in Verkehrsentwicklungsplänen (57 Kommunen)
  • Lärmminderungs- und Luftreinhalteplänen (51 Kommunen)
  • integrierten Stadtentwicklungskonzepten (48 Kommunen)
  • in einigen wenigen Fällen auch in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen (16 Kommunen)